Saunaarten – Welche Sauna ist für mich die richtige?

Saunieren ist inzwischen in so ziemlich jedem Kulturkreis ein Begriff bzw. etwas, dass viele kennen und schätzen. Jedoch ist die Art und Weise wie sauniert wird von Land zu Land oftmals unterschiedlich. Mittlerweile gibt es eine große Anzahl an Saunavarianten, die Interessierte auch in Deutschland probieren und genießen können. Vielleicht inspiriert dieser Artikel euch ja, mal etwas Neues im Saunabereich zu versuchen und ihr werdet überrascht mit einer Variante, die ihr noch nicht kanntet.

Saunen und Dampfbäder – Wo liegen die Unterschiede und welche gibt es?

Habt ihr euch schon mal gefragt, was der Unterschied zwischen einer Sauna und einem Dampfbad ist? Wir schon! Die beiden sind eigentlich ziemlich leicht auseinander zu halten. Im Endeffekt unterscheiden sich beide in Temperatur und Luftfeuchtigkeit – also den klimatischen Bedingungen – sehr stark voneinander. Nehmen wir uns zuerst das Dampfbad vor. Dampfbader werden lediglich Temperaturen von maximal 50 Grad Celsius ausgesetzt. Die Luftfeuchtigkeit ist teilweise so hoch, dass man die eigene Hand aufgrund der sichtbaren Tröpfchenbildung nicht mehr sieht. Saunen hingegen fangen oftmals erst bei einer Temperatur von 70 Grad Celsius an und können bis zu 130 Grad Celsius erreichen, dies jedoch eher in Ausnahmefällen. Von der gesundheitlichen Seite aus betrachtet, wirken beide Wellnessformate sehr ähnlich. Aufgrund der schnelleren Erwärmung und Entspannung können die positiven Effekte in der Sauna schneller erzielt werden als im Dampfbad, was aber individuell abhängig ist. Genauso sind die Zeiten, die in der Sauna oder dem Dampfbad verbracht werden sollten nahezu identisch und richten sich nach dem eigenem Wohlbefinden. Also einfach rein da und ausprobieren.

Dampfbäder – Sauna light? Bei weitem nicht!

Wir haben uns mal die Dampfbäder als eigenständige und vor allem besondere Saunaart etwas genauer angeschaut und sind erstaunt, welche Vielfalt diese zu bieten haben. Die populärsten und ein, zwei überraschende findet ihr im Folgenden. Wir immer gilt: Lasst euch inspirieren, probiert aus und lasst uns an euren Erfahrungen teilhaben!

Banja (russisches Dampfbad)

Die Banja ist ein traditionelles, russisches Dampfbad. Die Banja wird nach altem Brauch durch einen Holzofen aufgeheizt und bringt so die Saunierenden zum Schwitzen. Untypisch für Dampfbäder, erreicht sie teilweise Temperaturen von über 100 Grad Celsius. Allerdings wird im Vergleich zur klassischen Sauna weitaus stärker mit Aufgüssen gearbeitet, um eine konstant hohe Luftfeuchtigkeit zu  erreichen. Auch der Aufbau der Banja hat etwas Besonderes an sich. So ist es nicht untypisch, dass dieses Dampfbad neben dem Erdgeschoss noch eine weitere zugängliche Etage hat. Zudem vereint die Banja oftmals drei Räume in sich: Dampfkammer, Waschraum und Erholungsraum. Traditionell klopfen bzw. schlagen sich Besucher der Banja mit Wenik; das sind Bündel von Birkenzweigen, die vorher eingeweicht wurden. Um schmerzhafte Erfahrungen zu vermeiden, sollten die Blätter an den Birkenzweigen unbedingt dran gelassen werden. Im Fachjargon auch Quästen genannt. Dies soll die Durchblutung anregen und für weitere Entspannung sorgen. Das Wasser in dem der Wenik vorher aufgeweicht wurde, wird dann zum weiteren Aufgießen in dem Dampfbad benutzt. Ein weiterer Tipp: In der russischen Banja wird strikt nach Geschlechtern getrennt. Also nicht den Fauxpas begehen und einfach in den „falschen“ Raum laufen!

Caldarium (römisches Dampfbad)

Die alten Römer wussten schon was gut für Körper und Seele ist. Das römische Dampfbad ist zwar ein nicht gerade heißes Vergnügen, dafür aber extrem entspannend. Der Wortursprung ergibt sich aus dem Lateinischen, hier heißt „Calidus“ warm bzw. heiß. Warm trifft es wohl eher, da normalerweise das Caldarium eine Temperatur zwischen 40 und 45 Grad Celsius einnimmt und somit knapp über der Körperkerntemperatur liegt. Aufgrund seiner angenehmen Wärme ist dieses Dampfbad besonders für Menschen mit leichten Kreislaufproblemen geeignet, die sonst die Sauna aufgrund von zu starker Hitze meiden. Ebenso ist das Caldarium gut für Kinder geeignet, die erste Erfahrungen mit Saunen und Dampfbädern sammeln. Natürlich wird auch im römischen Dampfbad mit Aufgüssen gearbeitet, um ein Wohlfühlerlebnis für alle Sinne zu schaffen. Oftmals wird hier mit minzigen Ölen oder Aufgüssen der Entspannungseffekt verstärkt.

Tipp

Nicht mehr als 30 Minuten im Dampfbad verbringen, ansonsten kann es doch dazu führen, dass der Kreislauf runtersackt.

Charakteristisch für das römische Dampfbad ist auch sein Aussehen. Normalerweise ist dieses komplett im Keramikstil gefliest, wodurch die Wärme sich im kompletten Raum spüren lässt. Dies wird zusätzlich durch eine Warmluftheizung, das Hypokaustum, gefördert ohne dabei aber zu viel Hitze zu erzeugen. Diese Idee stammt tatsächlich aus der römischen Antike und wurde dort erst in den „Wellnesstempeln“ und dann in den Häusern der Menschen verwendet.

Also alle Saunaanfänger, diese Saunart ist etwas für euch zum entspannten ersten Saunieren!

Hammām (türkisches Dampfbad)

Das Hamam (deutsche Schreibweise) als rein türkisches Dampfbad zu bezeichnen ist im Kern nicht ganz korrekt. Auch im arabischen und iranischen Raum lässt es sich sehr häufig finden und ist zudem ein fester Bestandteil der islamischen Tradition und Kultur. Ursprünglich ist das Hamam nicht nur ein Ort, um sich und seinem Körper etwas Gutes zu tun, sondern auch um andere Leute zu treffen und Kontakte zu pflegen. Der Besuch des Hamams wird dabei geradezu zelebriert mit bestimmten Bräuchen, die über die Jahrhunderte weitergegeben wurden und heute noch gepflegt werden.

Dies beginnt schon im Umkleideraum, dem „Camekan“. Hier wird die Kleidung gegen ein Leinentuch, das „Pestemal“ eingetauscht. Wie auch bei allen anderen üblichen Saunen und Dampfbädern sollte man sich vorher einmal gründlich abduschen, um nicht Schmutz oder andere unangenehmen Sachen mit in das Hamam zu nehmen. Der Bade- bzw. Zeremonienmeister nennt sich hier „Tellak“, der mit allen Traditionen und Bräuchen rund um das Hamam vertraut ist und die Gäste in diese einführt bzw. sie daran teilhaben lässt. Das türkische bzw. orientalische Dampfbad hat hier meist eine Temperatur von ca. 45 Grad Celsius und hilft sich zu entspannen. Für einen erhöhten Wellnesseffekt sorgt das anschließende und nicht unübliche Peeling im Hamam, welches nach dem Dampfbadgang optional ansteht. Wie lange man sich im Dampfbad aufhält sollte sich danach richten, ob der eigene Körper die Wärme noch aushält oder nicht.

Wie auch schon oben weiter beschrieben, sollten 30 Minuten nicht überschritten werden. Jeweils nach dem Dampfbad ist es Tradition sich  mit lauwarmen Wasser und Seife einzureiben. Nach mehreren Gängen darf sich der Besucher dann auf die „Göbektasi“, eine warme Marmorplatte, begeben, wo er oder sie dann mit speziellen Handschuhen, den „Kees“, massiert wird. Dies soll die Durchblutung anregen und alte Hautpartien entfernen, um neuen Platz zu machen. Ebenso spielt dabei wohl riechender Schaum, der den Körper vollständig bedecken soll, im Hamam eine große Rolle, um einfach mal los zu lassen.

Das Hamam vereint altbewährte Tradition und wundervolle Entspannung. Probiert es aus, habt aber Respekt vor den alten Sitten und Bräuchen.

Irisches Dampfbad

Das irische Dampfbad ist eine kleine Besonderheit unter den Sauna- bzw. Dampfbadarten. Hier gibt es einen etwas anderen Ablauf als man es von „normalen“ Saunen und Dampfbädern gewohnt ist. Ähnlich wie in den römischen Dampfbädern gibt es unterschiedliche  Räumlichkeiten, die verschiedene Wärmestufen enthalten. Die Besucher des irischen Dampfbades beginnen zumeist in einem recht kühlen Raum, meist um die 25 bis 35 Grad Celsius, und erhalten dort eine sogenannte Bürstenmassage. Die Bürstenmassage soll die schnelle Erwärmung der Haut fördern, da hier die oberste Hautschicht angeregt wird, wodurch auch die Durchblutung noch weiter gefördert wird. Im zweiten Raum wird es etwas wärmer. Ungefähr 50 Grad empfangen den Dampfbadbesucher nach dem leichten Anschwitzen im ersten Schritt. Hier kann sich erstmal entspannt werden. Danach geht es zum Abkühlen traditionell ins Kaltwasserbecken, wo einfach mal schön abgetaucht werden kann. Nach diesen drei Schritten sollte sich erstmal ausgeruht werden. 30 Minuten sollte man sich dabei Zeit lassen. Wer glaubt dies sei schon alles gewesen, weit gefehlt. Der Ablauf der ersten beiden Schritte sollte wiederholt werden. Denn nämlich dann erst geht es in das eigentliche irische Dampfbad, den dritten Raum. Dieser ist wie alle Dampfbäder mit einer hohen Luftfeuchte ausgestattet, aber nicht so heiß wie eine normale Sauna. Ebenso wie in den meisten anderen Dampfbädern steht die Tiefeninhalation sowie das Öffnen der Hautporen im Vordergrund. Übrigens, wie schon bereits erwähnt ist das irische Dampfbad dem des römischen sehr ähnlich, jedoch ist die Methode von der Insel erst 150-200 Jahre alt. Entspannend ist sie trotzdem.

Mexikanisches Temazcal

Eines der wohl untypischtesten Dampfbäder in unserer Reihe: Das Mexikanische Temazcal. Temazcal kommt aus der aztekischen Sprache und setzt sich aus den Worten „Temas“ und „Calli“ zusammen, welche „Bad“ und „Haus“ bedeuten. Das mexikanische Dampfbad dient dabei nicht nur dem normalen Vorgang des Schwitzens, sondern eher der Auseinandersetzung von Körper und Geist anhand von speziellen Ritualen. Diese stark spirituell angehauchte Tradition soll dabei nicht nur den Körper heilen, sondern auch ihn und den menschlichen Geist von negativen Einflüssen befreien, damit der Saunierende seine innere Mitte findet. Das Temazcal steht bei dieser Prozedur stellvertretend für die Urelemente Feuer, Wasser, Erde und Luft. Nicht unähnlich zum heutigen Stand in Saunen und Dampfbädern wurden damals Heilkräuter auf erhitzten Steinen im Innern des Temazcal mit Wasser übergossen und so ein heilender Dampf erzeugt. Immer mit dabei eine „Saunameisterin“, eine „Temazcalera“. Sie sorgte dafür, dass bestimmte Zeiten und Temperaturen eingehalten wurden. Ein Temazcal ist relativ einfach an seiner typischen Form zu erkennen. Ähnlich einem Iglu ist dieses kuppelförmig aufgebaut und besteht aus Lehm und teilweise aus durchlässigem Vulkangestein.

Nordamerikanische Schwitzhütte Inipi

Ähnlich wie beim mexikanischen Temazcal ist die Inipi ein fester Bestandteil von Zeremonien und dient der psychischen und pyhsischen Gesundheit auf eine spirituelle Art und Weise. Inipi bedeutet  in der Sprache der Lakota-Indianer übrigens „sie schwitzen“. Sehr passend wie wir finden. Eine bestimmte Form hat die nordamerikanische Schwitzhütte nicht in ihrer Tradition. Sie bestand bzw. besteht immer wieder aus unterschiedlichen Materialien und ist/war ohne festes Aussehen; manchmal aus Lehm, manchmal aus Sträuchern, alleinstehend oder auch als Anbau. Bei den Lakota-Indianern gab es jedoch feste Regeln bzgl. des Baumaterials (Weidenstäbe und Haselnussruten) und den Saunasteinen (für die Reinigung 32 Steine und für die Heilung 64). Wie auch beim mexikanischen Pendant gab es immer einen „Saunaleiter“, der bestimmte Riten und Tradition aufrecht erhielt. Für einen Durchgang wurden in der Mitte des Inipis Steine zum Glühen gebracht, die die Hitze im Raum optimal verteilten indem sie vom Leiter durch die Schwitzhütte getragen und mit Kräutern und Wasser getränkt wurden. Interessant dabei ist auch, dass die Lakota bestimmte Sitzflächen für unterschiedliche Bedürfnissen in ihrem „Dampfbad“ hatten. Die Lakota achteten bei ihren Durchgängen auch die Geister ihrer Ahnen herbeizurufen und ihnen zu danken, sie um Unterstützung zu bitten, ihnen Positives und Negatives (bspw. Liebe und ngeative Gedankengänge) mitzugeben und sich Visionen hinzugeben. Dabei wird die Anzahl der Aufgüsse kontinuierlich in einem bestimmten Intervall erhöht, wobei das Inipi nicht verlassen werden darf, um die vollkommene Erneuerung des Körpers und der Seele im Bauch der „Mutter Erde“ zu erfahren. Wer heutzutage ein Inipi besuchen möchte wird es schwer haben, da dies traditionell nur in Indianergefilden zu finden ist. Noch schwerer ist es die Leitung zu übernehmen, da hier die Lakota dies ausdrücklich genehmigen müssen.

Sentō (traditionelles Badehaus)

Das Sentō ist streng genommen wie das türkische Hamam nicht nur ein Dampfbad sondern eine komplette Badeeinrichtung, die nicht nur zur körperlichen Reinigung, sondern auch zum sozialen Austausch genutzt wird. In den Einrichtungen wird streng nach Geschlechtern getrennt, ebenso können Besucher die zuviele Tätowierungen am Körper tragen abgewiesen werden. Wichtig ist es bevor man in die Becken der Sentōs steigt sich vernünftig zu waschen. Jeder Besucher sollte deshalb ein Badehandtuch, Shampoo sowie Seife im Gepäck haben, um nicht ins nächstbeste Fettnäpfchen zu treten. Was allerdings verboten ist, ist bekleidet ins Becken zu steigen. Wer also sich schnell schämt, sollte nichts ins Sentō gehen. Ebenso ungewöhnlich wird für Fremde die Waschart der Japaner sein (sofern man in Japan in ein Sentō geht und nicht irgendwo anders). Diese waschen sich sehr gründlich, was bspw. Zähne putzen und rasieren beinhaltet. Übrigens gilt auch vor Betreten des Badehauses wie auch in Privathäusern: Schuhe aus! Das Bad nach der Reinigung dient im Übrigen tatsächlich nur noch der Entspannung und sollte nicht zum weiteren Waschen genutzt werden. Schaum ist hier also gänzlich untererwünscht! Das japanische Sentō ist also nichts für Anfänger, die dies mal eben ausprobieren wollen, sondern bedarf etwas an kultureller Regelkunde, da ansonsten schnell ein Verweis des Badehauses erfolgen kann.

Saunen auf der Welt – Welche gibt es?

Saunen gibt es mittlerweile wie Sand am Meer. Nahezu jedes Fitnessstudio hat eine, jedes Schwimmbad oder viele Sportclubs. Diese „normalen“ Varianten möchten wir natürlich nicht vorstellen, sondern die Saunaarten, die ein besonderes Erlebnis versprechen. Die Arten, die einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Von klassisch bis modern, wir versuchen eine große Bandbreite abzudecken, erheben aber natürlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Sollten wir eine Saunaart vergessen, freuen wir uns über Tipps und Hinweise.

Bio-Sauna (Sanarium, Feuchtes Warmluftbad)/Softdampfbäder/Tylarium

Bio-Sauna, Softdampfbad oder Tylarium, alle drei sind sich sehr ähnlich und werden deshalb unter einem Punkt zusammengefasst und ihre feinen Unterschiede erläutert. Alle drei haben gemeinsam, dass sie „kühler“ sind als die klassische finnische Sauna. Die Temperaturen schwanken jedoch sehr stark dabei. Diese liegen im Bereich zwischen 40 und 70 Grad Celsius. Auch die Luftfeuchtigkeit in allen drei Saunaarten weitaus höher als im Klassiker. Diese liegt in der Bio-Sauna bei ca. 55% und im Tylarium bei 65%, Schwankungen, die dazwischen liegen kommen natürlich auch häufig vor. Das Softdampfbad kann auch bei „nur“ 45-50% Luftfeuchtigkeit liegen, aber auch bei über 60%. Alle drei haben natürlich, wie auch alle anderen Saunaarten die Gemeinsamkeit, dass sie der Gesundheit förderlich sein sollen. Die Blutzirkulation soll dabei angeregt werden, ebenso das Entschlacken der Haut und die Verbesserung bei Atemwegsproblemen wird in Angriff genommen. Die richtigen Unterschiede sind ehrlicherweise eher klein. Damit bspw. die Bio-Sauna zum Softdampfbad wird, kombiniert man oft farbliche Einflüsse hinzu, um den Entspannungseffekt noch visuell zu verstärken. Das Tylarium hingegen kann auch als „normale“ finnische Sauna genutzt werden, da hier mehrere Einstellungen denkbar sind. Für Anfänger ist diese erste Art des Saunierens sehr zu empfehlen, da hier sich jeder etwas für seinen Geschmack aussuchen kann.

Blockhaussauna

Einer der Klassiker, der beim privaten Saunakauf oft in Betracht gezogen wird, ist die Blockhaussauna für den Garten. Die Blockhaussauna ist eine der Saunaarten, die besonders markant durch ihr äußeres Auftreten auffällt. Als typische Außensauna kann sie zwar sehr modern mit glatten und lackierten Bohlen daher kommen, aber meistens sieht man sie im natürlichen Holzstil stehen, so wie es schon früher in Finnland gemacht wurde. Die Blockhaussauna ist also eher vom Aussehen her etwas Besonderes. Aber es lässt sich auch wunderbar in ihr schwitzen. Die Temperaturen sind meist sehr hoch und liegen über 90 Grad bei ca. 10-30% Luftfeuchtigkeit. Also nichts für Anfänger oder Menschen mit Kreislaufproblemen! Wer darüber nachdenkt sich eine Sauna zu kaufen, sollte überlegen, ob er diese im Keller verstecken oder doch zum Umfeld passend in den Garten stellt.

Finnische Keloholzsauna

Ebenso wie bei der Blockhaussauna steht hier das Aussehen der Sauna im Vordergrund. Keloholz ist wie in unserem DIY-Artikel zum Saunabau schon beschrieben eine besondere Holzart. Keloholz ist ein ein sehr witterungsbeständiges Holz, dass für die Außensauna sehr gerne verwendet wird. Teilweise jahrzehntelange Trocknung machst es kaum angriffsfähig für äußere Einflüsse. Aber auch sein Duft macht das Saunieren zu einem einzigartigen Erlebnis, dass man nicht so schnell vergisst. Zwar gehört es in Finnland zur guten Tradition die Keloholzsauna zu besuchen, jedoch sollte man im Hinterkopf haben, dass Keloholz mittlerweile sehr selten geworden ist und die ökologische Relevanz nicht vernachlässigt werden sollte.

Finnische Rauchsauna

Die finnische Rauchsauna ist ein wirklich besonderes Erlebnis unter Saunierenden. Die Saunaart wird mit einem tradionellen Holzofen zumeist beheizt und kontinuierlich mit Wärme versorgt. Das Besondere dabei ist das Nichtvorhandensein eines Schornsteins oder eines Rauchrohres, welche für den Abtransport des entstehenden Rauches sorgen. Wie soll man dabei also keine Rauchvergiftung bekommen? Sehr einfach: Nachdem der Ofen angeheizt worden ist, lässt man den Rauch erstmal in die Sauna strömen und sich ausbreiten. Sobald die gewünschte Temperatur erreicht ist, werden Lüftungsklappen, die sich an der Decke der Rauchsauna befinden geöffnet und somit der Rauch entfernt. Ganz spurlos passiert dies natürlich nicht, da ein Großteil des Rußes in der Sauna verbleibt und diese nach mehreren Durchgängen komplett überzieht. Allerdings soll die „Verschmutzung“ kein Hindernis sein, da zumeist vor der Sauna  hölzerne Sitzunterlagen angeboten werden. Ganz ungefährlich sind diese Saunen nicht, weshalb ihr Bestand immer weiter abnimmt. Wer allerdings das Glück hat dieses UNESCO-Kulturerbe (in Estland, nicht in Finnland) mal erleben zu dürfen, sollte es genießen.

Infratosauna

Infrarotsaunen oder auch Infrarotwärmekabinen oder Infrarotkabinen sind eine Besonderheit unter den Saunen. Hier wird nämlich nicht die Haut bzw. der Körper über die heiße Raumluft erwärmt, sondern wie der Name schon sagt über die Infrarotstrahlung in der Kabine. Strahlung hört sich im ersten Moment immer etwas gefährlich an, jedoch kann man hier Entwarnung geben, da es sich um natürliche Strahlung handelt, die beispielsweise auch bei der Sonneneinstrahlung mitgeliefert wird. Allerdings erreicht die Infrarotsauna nicht so hohe Temperaturen wie die normale Sauna, weshalb sie auch für Anfänger geeignet ist. Die von den Infrarotlampen abgegebene Energie wird dabei von der Haut aufgenommen und in Wärme umgewandelt. Wie tief dabei die Infrarotstrahlen eindringen hängt von ihrer Art ab. Es gibt drei verschiedene Typen der Infrarot-Strahlung: A, B und C. Diese unterscheiden sich nicht nur nach der Eindringtiefe, sondern auch über deren Wellenlänge. Der Typ A hat eine Tiefenwirkung von etwas vier bis fünf Millimeter. Der Infrarotstrahlungstyp B eine von knapp zwei Millimiter und Typ C wiederum nur knapp 0,1 Millimeter. Moderne Infrarotsaunen werden zumeist nur noch mit den Typen B und C bestrahlt, da beim Infrarotstrahlungstyp A ein Gesundheitsrisiko nicht vollständig ausgeschlossen werden kann. Wie schon erwähnt arbeitet die Infrarotsauna mit Strahlern, weshalb sie etwas komfortabler in Betriebsbereitschaft zu versetzen ist, als normale Saunen. Gerade im muskulären Bereich kann die Infrarotsauna Beschwerden lindern und ebenso der Haut sehr gut tun.

Textilsauna

Die Textilsauna ist eine „besondere“ Saunaart. Normalerweise wird in Deutschland in den meisten Fällen nackt gesaunt. Ob man tatsächlich komplett nackt oder auch teilweise bedeckt saunen soll ist unter leidenschaftlichen Saunagängern oftmals ein Streitthema, das hitziger ausgetragen wird, als der Saunagang selbst. Im Endeffekt ist die Textilsauna lediglich eine Sauna in der nicht nackt gesaunt wird. Natürlich gibt es viele Pros und Contras auf beiden Seiten der jeweiligen Saunisten, allerdings fehlt es zumeist an fundierten „Beweisen“ für die teils wilden Argumente. Wer zum allerersten Mal in die Sauna geht und noch nicht weiß wie er sich verhalten bzw. wie weit er gehen will, der kann oder sollte es mal in einer Textilsauna versuchen. Weitere Hinweise geben wir auch in unseren Artikeln zu Saunaregeln und Saunaabläufen. Übrigens ist in vielen Ländern der Welt die Textilsauna, die „normale“ Sauna und nackt sein ist teilweise streng verboten.

Saunaarten für Jedermann/Jederfrau! – Genießt es!

Wie ihr sehen könnt, gibt es viele unterschiedliche Saunaarten. Die etwas kühleren Dampfbäder, die sehr heißen traditionellen Saunen, Außensaunen, die toll aussehen und Saunen, die es nicht überall gibt. Aber alle haben einige Sachen gemeinsam: Sie sollen der Entspannung und der Gesundheit der Menschen zuträglich sein. Wir hoffen, dass wir euch mal wieder etwas Inspiration zukommen lassen konnten und ihr angeregt seid neue Dinge auszuprobieren. Wir würden uns freuen, wenn ihr uns an euren Erfahrungen teilhaben lassen würdet!