DIY Sauna – Baue deine Sauna selbst

Selbstgemacht, selbstgekocht, selbstgebaut: DIY (Do It Yourself) liegt voll im Trend. Also warum nicht auch die eigene Sauna für die Wellnessoase zu Hause selbst bauen? Wir zeigen euch, was ihr dazu braucht und was ihr beachten müsst. Seine eigene Sauna zu bauen ist zwar schwieriger als Muttis Apfelkuchen nachzubacken, aber mit etwas Geschick ist das auch zu schaffen. Material und Kosten variieren stark, wenn es um den persönlichen Geschmack geht, die grundlegenden Schritte ähneln sich jedoch sehr. Lasst euch inspirieren. Sollte euch der Artikel am Ende nicht reichen, dann hier noch eine BuchempfehlungPartnerlink: Sauna: Planung, Ausführung, Zubehör

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Kosten für den Saunabau

Sein wir mal ehrlich. Eine Sauna zu bauen ist kein günstiges Vergnügen. Die Kosten beim Saunabau schwanken extrem. Zuerst einmal die Fixkosten. Für diese kann man im Minimum 1.000 Euro einplanen. Aber auch nur, wenn man wirklich die günstigste Variante haben will, die extrem minimalistisch ausfällt. Sollte noch ein Techniker hinzu gezogen werden, wird das Ganze natürlich nochmal teurer. Nach oben sind den Kosten und dem Arbeitseinsatz natürlich keine Grenzen gesetzt. Wer als Normalverbraucher sich etwas mehr Luxus gönnen will, sollte darauf achten, dass er nicht schnell mal in den fünfstelligen Bereich vorstößt, wenn er/sie sich etwas „andrehen“ lässt, was nicht gebraucht wird.

Die andere Seite der Medaillle sind die variablen Kosten. Licht und Wärme kosten natürlich auch Geld. Ebenso die Wartungskosten für eine Sauna, die zwischendurch mal anfallen. Hier sollte man im Jahr mindestens 500 bis 1.500 Euro einplanen, um noch ein gewisses Polster zu haben. Der Bereich variiert und hängt ab von der persönlichen Nutzung des Saunagängers und den ausgewählten Energieanbietern.

Materialien für den Saunabau

Wenn man an die Sauna denkt, hat man im ersten Augenblick meistens keinen Schimmer, was alles bautechnisch möglich ist und was für Material verwendet werden kann. Gerade in den Bereichen Holz, Dämmmaterial und Elektronik lassen sich große Unterschiede ausmachen, die das Wohlgefühl in der Sauna nachhaltig beeinflussen können. Hier gilt es ein besonderes Augenmerk beim Saunabau zu haben, damit nachher der gewünschte Entspannungseffekt entsteht.



Welches Holz für meine Sauna?

Holz ist für den Saunabau essentiell. Allerdings sollte man nicht irgendein Holz nehmen, sondern nur solches, das den Belastungen der Temperaturen in der Sauna standhält. Die Preisbereiche für die Saunahölzer, die wir im Folgenden nennen werden, sind natürlich nicht in Stein gemeißelt und sind von der Beschaffenheit und dem Volumen des Holzes abhängig sowie eurer Verhandlungsfähigkeit. Ein paar Beispiele wollen wir euch mit auf den Weg geben:

Abachiholz

Abachiholz hört sich sehr exotisch an und ist eventuell etwas verwirrend, wenn man bedenkt, dass die Sauna eigentlich aus Finnland stammt. Jedoch bringt dieses aus Afrika stammende Malvengewächs und Tropenholz (keine Umweltgefährdung, da schnell nachwachsend nach der Ernte) einige Vorteile mit sich, die für das Wohlbefinden beim Saunagang von essentieller Bedeutung sind. Abachiholz ist für den Saunainnenebereich wie bspw. Bänke, Liegen usw. sehr gut geeignet, da es nahezu frei ist von Harzen oder schmerzhaften Splittern und zudem die Hitze der Sauna eher wenig an- und aufnimmt, wodurch Verbrennungen bei den Saunierenden kaum vorkommen können. Kostentechnisch müsst ihr euch angewöhnen Holz in Kubikmetern (m³) zu kaufen. Der Preis richtet sich also einmal nach der Holzart sowie dem Volumen des Holzes. Geht man in der Länge von einem Meter aus, so entscheidet sich der Preis über die Breite und Tiefe eines Holzes. So kommen beim Abachiholz für den Gebrauch als Banklatte für den Saunbau Preise zwischen 3,00 € bis 7,00 € zustande.

Espenholz

Espenholz ist ein ideales Holz für den Saunabau. Einmal aufgrund seiner Ästhetik, die durch seine helle Farbe entsteht, andererseits wegen seiner stabilen Art. Espe bietet sich wegen seiner geringfügigen Wärmeleitfähigkeit sehr gut für den Innenraum einer Sauna und deren Verkleidung an. Aber auch als Saunabankholz lässt sich die Espe verwenden. Hier fängt der Preisbereich ab ca. 6,00 Euro an.

Fichte

Fichtenholz kennt jeder. Es zeichnet sich durch eine hohe Robustheit aus, die es nach ca. 70-90 Jahren erreicht, welche für den Saunabau unerlässlich ist. Das Fichtenholz ist dabei gut für die Innenverkleidung, aber auch für das Saunadach und dessen Wände geeignet. Hierbei sollte darauf geachtet werden, dass Polarfichtenholz (auch nordische Fichte genannt) verwendet wird. Ein weiterer angenehmer Vorteil sind seine Maserung und Beschaffenheit sowie sein würziger Duft lassen das Saunaerlebnis nochmals intensiver wirken. Wie bei allen Holzarten ist der Preis eines laufenden Meters abhängig von der Breite und Höhe des Holzes. Ein Beispiel für Fichtenholz: 1000 mm x 200 mm x 18 mm können zwischen 4,50 € und 5,00 € kosten versus 1000 mm x 600 mm x 18 mm mit Kosten von 14,00 € bis 16,00 €.

Hemlock-Tanne

Das Holz, der aus Nordamerika stammenden Hemlock-Tanne, bietet sich aufgrund seiner weichen, aber auch langlebigen Beschaffenheit und seiner angenehmen, hellen Färbung sowie seines geringen Harzverhaltens sehr für den Saunabau an. Ebenso ist seine Beständigkeit unter enormer Hitze von großem Vorteil und ist für die Innenverkleidung einer Sauna somit sehr gut geeignet. Saunabauer können alternativ auch Fichtenholz verwenden. Je nachdem wie breit und hoch das Holz für Banklatten sein soll, kann der Preisbereich bei knapp 10,00 Euro beginnen bis weit darüber hinaus.

Keloholz

Kelo kommt aus dem finnischen Bereich und steht für natürlich abgestorbenes und getrocknetes Holz. Zu finden ist Kelo in skandinavischen Ländern sowie in polarnahen Gebieten Russlands. Da dieses Holz normalerweise über mehrere Dekaden hinweg getrocknet wird, ist es wegen seiner Witterungsbeständigkeit und seiner geringen Verzugsgefahr sehr gut für den Außenbau einer Sauna geeignet. Zudem bietet sein aromatischer Duft ein einzigartiges Saunaerlebnis. Aus ökologischer Sicht sollte für den Saunabau eher Abstand von diesem Holz genommen werden, da sich die Keloholz Vorräte mittlerweile stark reduziert haben. Aufgrund seines raren Bestandes ist es mittlerweile auch relativ schwer geworden Keloholz bspw. im Internet zu bestellen, weswegen wir hier keine Preisangabe machen können.

Rot-Zeder

Die Rot-Zeder von der nordamerikanischen Westküste zeichnet sich ebenfalls durch eine hohe Standfestigkeit aus und zeichnet sich durch eine gute Wärmedämmung aus, die durch seine mit natürlichen Hohlräumen ausgestattete Struktur zustande kommt. Ebenso wie bspw. das Keloholz ist die Rot-Zeder harz- und astfrei. Der typische Zedernholzduft sowie die rotbraune Färbung des Holzes machen die Rot-Zeder zu einem idealen Material für den Saunabau. Rot-Zedernholz ist relativ günstig in der Anschaffung. Hier kann man schon mal ein Schnäppchen mit 1,70 € oder günstiger pro laufen Metern finden, womit sich Saunabänke preiswert bauen lassen.

Thermoholz

Thermoholz wird aus heimischen Hölzern gewonnen. Durch die thermische Behandlung des Holzes können Schädlinge wie Pilze oder Bakterien, aber auch hohe Feuchtigkeit diesem nichts mehr anhaben. Die Behandlung des Thermoholzes sorgt zudem dafür, dass Harze und sich im Holz befindliche Nebenstoffe unter sehr hoher Wärmeeinwirkung komplett verschwinden. Der typische, rauchige Duft des Thermoholzes verflüchtigt sich nach den ersten Tagen und Saunagängen. Je nach Holzart sind die Preise für z. B. Banklatten sehr unter verschieden. Ihr könnte je nach Dicke und Höhe des Holzes 3,00 Euro ausgeben, aber genauso gut auch für Hölzer wie Esche 13,00 Euro pro Meter. Hier kommt es wieder auf euren Geschmack an.

Natürlich gibt es noch weitere Hölzer wie bspw. Douglasie oder Erle. Jedoch solltet ihr am besten selbst einmal Probeanfassen und Proberiechen. Die beschriebenen Hölzer sind alle sehr unterschiedlich und bieten verschiedene Vorteile für den Saunabau. Ihr solltet genau darauf achten, dass ihr euch für ein Holz entscheidet, welches optisch zu eurem Stil, aber auch den örtlichen Gegebenheiten (draußen oder drinnen, Keller oder Erdgeschoss, etc.), passt.

Welches Dämmmaterial für meine Sauna?

Wenn es um das Dämmmaterial beim Saunabau geht, gilt es einiges zu beachten. Bei den zu nutzenden Materialien sollte darauf geachtet werden, dass diese nicht giftig sind und die Sauna nicht in ein köchelndes Gesundheitsrisiko verwandeln. Zudem muss die Dämmung hohen Temperaturen standhalten, nicht leicht entflammbar , aber auch wasserabweisend sein. Die Dichte der Dämmung wird dabei im wesentlich vom Zweck der Sauna und der Anzahl und Art des verwendeten Holzes bestimmt. Im Folgenden zeigen wir euch Möglichkeiten zum Dämmen eurer eigenen Sauna.

Kork

Kork lässt sich ebenso wie Hanf oder Mineralsteinwolle zur Isolierung eurer Sauna nutzen. Kork hat einige Vorteile als Dämmmaterial, bspw. kann es sehr gut mit Feuchtigkeit umgehen und wirkt schallisolierend. Zudem ist es normal bis schwer entflammbar Nachteilig sind die Produktion aus ökologischer Sicht, da meist die Logistik der Materialien für eine negative Ökobilanz sorgen. Wer eine geruchsempfindliche Nase hat sollte auch hier die Finger weglassen, da Kork einen intensiven Eigengeruch hat. Preislich ordnet sich Kork ungefähr bei den anderen beiden Arten mit 5,00 – 40,00 € pro m² ein, allerdings sollte hier auch wieder auf die Materialstärke geachtet werden, da diese ebenso wie bei Hanf und Mineralsteinwolle in vielerlei Arten daher kommt.

Mineralsteinwolle

Mineralsteinwolle ist ein Stoff, der überwiegend aus Steinwollefasern besteht. Aufgrund seiner Fähigkeit Temperaturen von bis zu 1000 Grad auszuhalten eignet es sich. Steinwolle ist auch aus gesundheitstechnischer Perspektive unbedenklich und kann somit ruhigen Gewissen zum Dämmen der eigenen Sauna genutzt werden. Bei Hautkontakt beim Einbau kann es jedoch zu Juckreiz kommen, weswegen man Handschuhe tragen sollte. Je nachdem, welche Materialstärke ihr zur Dämmung eurer Sauna nehmt (40 mm sollte meistens reichen) liegen die Kosten bei ca. 3,00 – 40,00 Euro (bspw. bei 80 mm Materialstärke) pro Paket.

Hanf

Hanf als Dämmstoff ist gerade aus ökologischer Sicht eine interessante Alternative zur Mineralsteinwolle. Hanf ist ein nachwachsender Rohstoff. Thermohanf besitzt eine gute Wärmeleitfähigkeit. Jedoch sollte immer darauf geachtet werden, ob das Material entflammbar ist, da es hier einige Unterschiede gibt. Die Preisspanne bei Hanfdämmplatten liegt mit 10,00 – 60,00 Euro pro Stück (und je nach Materialstärke) etwas höher als bei Mineralsteinwolle.

Welchen Ofen für meine Sauna?

Gab es beim Saunaholz eine große Auswahl, so ist diese bei den Saunaöfen weitaus kleiner, jedoch nicht weniger schwierig. Zwar kann man meisten bei den Heizgeräten „nur“ zwischen Holz-, Elektro- und Infraotheizquellen wählen, aber auch hier gilt es einige Dinge zu berücksichtigen. Was allerdings übergreifend beachtet werden muss, ist die Leistung des jeweiligen Saunaofens, damit einem nicht „kalt“ wird. Die Daumenregel besagt, dass für jeden Kubikmeter Sauna mindestens ein Kilowatt Leistungskapazität erforderlich ist! Gerade in Sachen Ofen und Sicherheit ist Vorsicht geboten. Lass dich am besten vor Ort vom Saunafachmann beraten!

Elektroofen

Die Vor- und Nachteile eines Elektroofens liegen klar auf der Hand. Die Temperatureinstellung in der Sauna lässt sich sehr leicht einstellen und bei Bedarf regulieren. Dies ist gerade wichtig, wenn man selbst noch nicht soviel Erfahrung hat und nicht genau abschätzen kann wieviel man an Hitze verträgt. Zudem wird die Brand- und/oder Verletzungsgefahr etwas reduziert, da sich diese Öfen vorprogrammieren lassen, wann sie sich ausschalten sollen, was für ein zusätzliches Wohlbefinden sorgt. Nachteilig ist natürlich der hohe Energieverbrauch. Wer in seiner Sauna auf einen Elektroofen zurückgreift, sollte keine Angst vor der eigenen Stromrechnung haben. Die heutigen Öfen verbrauchen zwar immer wenig, jedoch sollte dies als Nebenkosten beim Saunabau mit einkalkuliert werden.

Holzofen

Der Klassiker unter den Saunaöfen. Jeder hat kennt sie, aber nicht jeder hat schon einmal einen genutzt. Holzöfen sind sehr beliebt bei Saunaliebhabern. Klarer Vorteil ist die Stimmung, die so ein Holzofen erzeugt. Ebenso halten sich die Kosten in Grenzen sofern ihr billig an Holz rankommt. Allerdings bietet so ein Holzofen auch allerlei Nachteile. Um die Temperatur konstant zu halten, muss ständig jemand Holz nachlegen und darauf achten, dass das Feuer nicht zu hoch oder zu niedrig wird, ansonsten kann aus der Lagerfeuerromantik ein schwerwiegens Problem werden. Des Weiteren halten sich die Materialkosten zwar in Grenzen, jedoch ist der Anschafftungspreis eines Holzofens nicht zu vernachlässigen, der bedeutend höher liegen kann als der des Elektroofens. Auch nicht zu vergessen; der Ofen muss ständig gereinigt und in Schuss gehalten werden, was nicht ganz ohne Zeitaufwand passiert. Eine weitere hohe Hürde beim Einbau eines Holzofens ist von bürokratischer Natur. Der Holzofen bedarf der Genehmigung, da dieser der Feuerstättenverordnung unterliegt. Erkundigt euch am besten bei eurem Schornsteinfeger.

Infrarot

Der Gang in die Infrarot-Saunen und -Kabinen ist nicht unbedingt, das was man als klassischen Saunagang bezeichnen würde. Jedoch ist eine Infrarot-Sauna leichter zu bauen als eine klassische Sauna. Dabei wird die Kabine bzw. der Raum mit Hilfe von von Infrarotlichtern erhitzt anstatt mit Holz oder Heizstäben wie beim Holz- oder Elektroofen. Unterschiede ergeben sich dabei nicht nur in der geringeren Temperatur, sondern auch in der gesundheitlichen Wirkung. Infrarot als Wärmequelle ist eher auf Tiefenwärme ausgelegt als auf die äußere Wärmeanwedung wie in der klassischen Sauna. Zudem können pro Tag mehr und vor allem längere Gänge in die Infrarot-Sauna gewagt werden. Im Vergleich zum Elektroofen sind auch die Stromkosten weitaus geringer. Der größte Nachteil ist halt, dass das Sauna-Feeling auf der Strecke bleibt, da es nur eine „Sauna light“ ist, dies ist jedoch Geschmackssache, da natürlich auch hier sehr gut relaxed werden kann.

Natürlich gibt es noch mehr Heizquellen, wie bspw. den Gasofen, die sich für die Sauna eignen. Jedoch sind die oben genannten, jene Vertreter, die der breiten Masse aus klassischen Saunaliebhabern, modernen Saunagängern und nach Alternativen Suchenden entspricht.

Elektronik & Sauna – Was muss ich beachten?

Elektronik in der Sauna war früher eher weniger notwendig, da zumeist mit Holz geheizt wurde. Allerdings werden heutzutage immer mehr die Saunen elektrisch betrieben. Die verschiedenen Arten von Saunaöfen haben wir ja im vorangegangen Abschnitt schon beschrieben.

Die Elektrik ist, sofern man Licht und Wärme durch einen Elektroofen haben möchte, nicht zu vernachlässigen, da hier ansonsten eine potenzielle Gefahrenquelle entsteht. Auch hier gilt, wenn ihr nicht gerade Elektriker seid, dann holt euch einen! Aufgepasst!

Stromanschluss

Was für einen Stromanschluss ihr braucht, richtet sich nach der größer der Sauna, die ihr bauen wollt. Der Saunaofen, die Saunasteuerung  sowie die Lampen in der Sauna wollen ja mit Energie versorgt sein. Einige Händler bieten Heizquellen an, bei denen 220-230 Volt ausreichen. Jedoch reicht deren Leistung ungefähr nur für drei Kilowatt, was nach der Daumenregel knapp drei Kubikmetern Sauna entspricht. Besser fahren Saunabauer da eher mit einem 380 bis 400 Volt Starkstromanschluss. Das Kabel dafür erhaltet ihr ab ca. 10,00 €.

Kabel und Leitungen

Alle Kabelagen sollten zum Schutz vor der Hitze mit Silikon ummantelt werden, da sonst im Laufe der Zeit die Leitungen spröder und brüchig werden können, was als ernstzunehmende Gefahrenquelle zu sehen ist. Die Leitung des Starkstromanschlusses sollte ein fünfpoliges Kabel sein mit jeweils 2,5 Millimeter Durchmesser pro Kanal.

Vorsicht Lebensgefahr!

Lasst im Zweifelsfall den Elektriker ran!

Kleine Inspiration für deinen Saunabau

Wie baue ich eine Außensauna selbst? Erste Schritte…

Eine Sauna selber zu bauen bedarf viel Arbeit. Aber meistens gilt ja der Spruch „Erst die Arbeit, dann das Vergnügen“, so auch hier. Wir zeigen euch im weiteren Verlauf dieses Abschnitts wie ihr die Grundlagen für eure eigene Außensauna handhaben solltet. Weiter oben habt ihr ja schon gesehen, was es alles an Saunahölzern, -steinen und dämmungen gibt. Diese Infos werdet ihr auf alle Fälle hier wieder finden, jedoch werden wir uns zu aller erst mit der Planung einer Sauna auseinandersetzen, getreu dem Motto „Gut geplant ist gut und vor allem schnell gebaut“. Die kleine bebilderte Dokumentation wurde uns von einigen Freunden, die gerade selber am Bauen sind, zur Verfügung gestellt. Vielen Dank an dieser Stelle. 🙂

Wie baue ich eine Sauna? Einige grundlegende Fragen zum Saunabau

Jeder Saunabauer sollte sich am Anfang der Bauphase fragen, was er tatsächlich mit seiner Sauna in Zukunft machen möchte? Eine kleine Checkliste:

    • Mit wieviel Personen will ich zukünftig saunieren?
    • Wo habe ich Platz für meine Sauna?
    • Welche Kosten kommen auf mich zu bei X m²?
    • Mit wieviel Kosten muss ich zukünftig rechnen?
    • Wie hoch wird der Pflegeaufwand?
    • Ermöglichen meine handwerklichen Fähigkeiten eine Sauna komplett selber zu bauen oder nehme ich einen Bausatz?
    • Entsprechen meine Erwartungen der Realität (kritisch hinterfragen)?

Das sind zwar auf den ersten Blick sehr einfache Fragen, jedoch sind die Antworten meist doch nicht ganz so simpel, wie man es gerne hätte. Wenn diese Fragen zum Saunabau beantwortet sind, dann kann es losgehen.

Wo soll ich meine Außensauna hinbauen?

Neben dem Kostenaspekt, der mit der Größe der Sauna zusammenhängt, ist natürlich auch der eigene Platz im Garten ausschlaggebend dafür, wie viel Sauna ich zukünftig zur Verfügung stellen kann. Bei einer Eigentumswohnung mit Balkon und ohne Garten könnte das z. B. schwierig werden ;-). Unser Testobjekt hatte da doch etwas mehr Raum für sich, wie ihr im Folgenden sehen könnt. Im Übrigens ist der Saunabau nicht unbedingt eine kleines Projekt, das nur von einer Person betrieben werden sollte. Holt euch Freunde oder Verwandte dazu, dann macht auch die nervigste Arbeit, die es zu Hauf gibt, wenn man seine Sauna selber baut, wieder viel mehr Spaß. Außerdem habt ihr gleich einen netten Anlass im Anschluss eine Saunaparty zu schmeißen.

Grundlegende Vorbereitungen für den Saunabau

Wie man sehen kann, wurde erst grob der Umfang der Sauna abgesteckt, um ein Gefühl dafür zu bekommen, wie groß diese wird und wie viel Raum benötigt wird. Wichtig ist dabei zu bedenken, dass die Außenmaße beim Saunabau natürlich nicht denen der Innenmaße entsprechen, da diese kleiner ausfallen, je nach Breite des Holzes und der Dämmung, die nachher verwendet wird. An dieser Stelle wurde sich für eine Sauna mit einer Schwitzfläche zwischen 3 bis 5 Quadratmetern entschieden. Nehmen wir unsere Daumenregel sollte der Ofen, der später in die selbstgebaute Sauna kommt, eine Leistung von mindestens 6-10 Kilowatt haben, um ein vernünftiges Schwitzerlebnis zu bekommen. Nach dem Abstecken wurden auf der Rasenfläche kleine Löcher in regelmäßigen Abständen gegraben, die danach mit Zement befüllt wurden. Dies war notwendig, um der zu bauenden Sauna ein sicheres Fundament auf natürlichen Untergrund zu geben. Dabei wurden drei Reihen gebildet, um einmal die Außenwände zu tragen, sowie das Interieur bzw. die Schwitzfläche im Innern der Sauna. In die Zementeinlässe wurde, als der Zement noch feucht war, Halterungen für die tragenden Holzbohlen eingelassen.

Saunabaukasten oder alles selbst bauen?

Wie ihr im Folgenden sehen könnt, handelt es sich bei unserer Sauna um einen Bausatz, der zwar wenig individuellen Spielraum bietet, aber dafür eine sichere Planung und Aufbau gewährleistet. Aber auch beim Bausatz sollte ein Minimum an handwerklichem Geschick vorhanden sein. Der Werkzeugkasten oder eine Kreissäge sollten einem nicht ganz fremd sein.

Das verwendete Saunaholz ist in diesem Fall Fichte, hat also einen natürlichen, hellen Ton. Auf die neu gegossenen Betonpfeiler werden dann die Holzbohlen, die die Sauna stützen sollen parallel in gleichen Abständen aufgelegt und fest geschraubt. Nun können die Bretter, die die Welt bedeuten aufgelegt werden, um den Boden der Sauna zu bilden. Wie ihr auf den Bildern erkennen könnt sind es keine durchgängigen Bretter sondern in der Länge immer ein Drittel der Gesamtlänge. Achtet darauf, dass der Boden stabil genug ist, um mehrere Personen plus natürlich der Sauna selbst, zu tragen. Das verwendete Holz sollte eine Mindestdicke von 20 mm aufweisen.

Nachdem der Boden fertig verschraubt ist, kann es an die Außenwände gehen. Hier sollte natürlich auch darauf geachtet werden, dass die Wände dick genug sind, um zum einen nicht zuviel Wärme nach außen abzugeben und Kälte zum anderen am Eindringen in den Innenraum zu hindern. Die Dämmung der Wände entfällt hier, da die verwendete Konstruktion massiv genug ist, um die Wärme genügen im Innern der Sauna zu halten.

Wer sich nicht sicher ist, ob seine Außensauna eine Dämmung braucht oder nicht, sollte sich im Baumarkt nach speziellen Saunahölzern erkundigen, die zum einen eine hohe Dichte und Stärke aufweisen, aber auch faserig genug sind, da dies schon dämmend wirkt.

Wie ihr auf den Bildern erkennen könnt, handelt es sich bei dem Baukasten um ein Stecksystem, das den Aufbau der Außensauna stark erleichtert. Ebenso sollte euch der kleine Vorraum aufgefallen sein, der mit einer hitzebeständigen Glastür vom eigentlichen Saunaraum getrennt wird. Wichtig hierbei sind auch die Gummiabdichtungen an der Tür, damit auch hier keine Hitze entweicht oder Kälte Zugang zur Sauna bekommt. Dies gilt natürlich auch für die normale Außentür der Sauna. Der Vorraum nimmt zwar auch etwas Platz weg, ist aber dringend notwendig als Zwischenstation zwischen „außen“ und „innen“ um bspw. sich seiner Textilien zu entledigen oder für eine kurze Verschnaufpause. Das Dach wird am Schluss noch gut verschraubt an den letzten Bohlen und mit Dachpappe gegen Regen geschützt. Und fertig ist die Außensauna ;-). Nicht ganz…der Saunaofen fehlt noch. Wer es klassisch haben möchte, der sollte einen Holzofen nehmen, aber an die Lüftung denken, damit ihr keine Rauchvergiftung erleidet! Wem ein Elektroofen reicht, der sollte für einen Stromzugang in oder an seiner Außensauna sorgen.